Ein Ironman zum Saisonausklang
Schweriner Extremsportler Michael Kruse startet am Sonntag beim
Langstrecken-Triathlon in Mexiko.
Schwerin/Cancun – Bei der Frage wie häufig Michael Kruse in seiner
sportlichen Laufbahn einen Langdistanz-Triathlon, den die meisten
als Ironman (3,8 km Schwimmen, 180 km Rad und 42 km Laufen) bekannt
ist, absolvierte, muss der 45-Jährige kurz überlegen. Gedanklich
schweift er kreuz und quer über den Globus von Deutschland bis nach
Hawaii, dem Ziel eines jeden Extremtriathleten. Die Qualifikation
für den Wettkampf der weltweit Besten meisterte Michael Kruse
bereits fünfmal. Ein sechstes Mal möchte er unbedingt nochmal dabei
sein. Ob das schon im Oktober 2012 sein wird, da ist sich Kruse
nicht sicher. Zunächst möchte am Sonntag (27.11.) den
Qualifikationswettkampf auf der mexikanischen Insel Cozumel
schmerzfrei überstehen. Kruse hat alle Wettkämpfe zusammengezählt.
Nach zwei Jahren Pause ist der Ironman in Mexiko ist Nummer 16. Auch
diesmal war die Vorbereitung keine Routine für den Athleten in
Diensten des Radsportteams Dassow und Trisport Schwerin. Die erste
Jahreshälfte verbrachte er mehr in der Helios Klinik Schwerin als
auf dem Rad oder im Schwimmbecken. Eine Gefäßverletzung bremste den
Sportler aus. "Die Ärzte meinten, dass es über ein Jahr ohne
Wettkampf hätte werden können. Umso dankbarer bin ich den
Fachleuten, dass ich ohne eine Operation wieder fit bin", so Kruse.
Nachdem die Generalprobe bei der Duathlon-Weltmeisterschaft im
spanischen Gijon noch missglückte, nutzte Michael Kruse die
verbliebenen sechs Wochen intensiv.
Sein Triathlon-Trainer Bernd Ulrich Klein und sein Krafttrainer
Thomas Schult stabilisierten seinen Körper. Zwei Wochen verbrachte
er zudem mit seinem Hamburger Trainingspartner Karsten Schwenn auf
Fuerte Ventura. Gemeinsam werden sie in Mexiko starten. Auf der
kanarischen Insel fuhren sie 1300 km auf dem Rad, liefen 200 km und
schwammen 10 km. "Wir hatten ideale Bedingungen um uns auf die 30
Grad Außentemperatur und die hohe Luftfeuchtigkeit in Mexiko
einzustellen", sagte Kruse vor seinem Abflug. Um sich an die
Temperaturen und die Zeitumstellung zu gewöhnen, reiste das Duo
schon 10 Tage vor dem Wettkampf an. Für Michael Kruse ist es die
dritte Reise nach Mittelamerika. Zweimal meisterte er in Cancun
bereits die Qualifikation für die Weltmeisterschaft im
Mitteltriathlon. Bis Sonntag wird er die Wettkampfstrecke
besichtigen und einige kurze Einheiten absolvieren. Dabei steht er
telefonisch im engen Kontakt mit seinem Trainerteam, das im Vorwege
jeden Tag akribisch plante.
Kaum wird die Sonne aufgegangen sein, wird Michael Kruse am Sonntag
um 6 Uhr Ortszeit mit 2000 Athleten ins Meer sprinten. 250 von ihnen
starten in seiner Altersklasse (Ak45). Zuletzt spürte er im Training
auf dem rad einen guten Druck und will diesen im Wettkampf auch
abrufen können. "Dann schaue ich was ich letztlich aus mir noch
herausholen kann", so der Mecklenburger.
Jens Seeman