Dem Unwetter getrotzt
Michael Kruse belegt Platz 19 in Mexiko
Mexiko. Zum Ende eines harten Ironman-Wettkampfs (3,8km Schwimmen,
180km Rad und 42 km Laufen) auf der Mexikanischen Insel Cozumel
spielte in der Nacht von Sonntag auf Montag nicht nur das Wetter
verrückt. Während in Deutschland die Nacht anbrach, quälte sich der
Michael Kruse, Extremsportler in Diensten des Radsportteams Dassow
und Tri Sport Schwerin, in Mexiko ins Ziel. Nach 10:40 Stunden
belegte der 45-Jährige in seiner Altersklasse ab 45 Jahren den 19.
Rang von 275 Athleten.
Im Mittelamerika war es am frühen Nachmittag, als sich ihm der Magen
umdrehte. Nicht die Belastung setzte ihn nahezu außer Gefecht. Schon
zwei Tage vor dem Wettkampf hatte ihn ein Magen-Darm-Infekt aus dem
Konzept gebracht. Dennoch funktioniert das Schwimmen und Radfahren
sehr gut. Erst beim abschließenden Marathon fiel die Temperatur von
30 Grad auf unter 20. Es begann in Strömen zu regnen und die
Luftfeuchtigkeit blieb beständig hoch. „Das Wasser stand
abschnittsweise bis zu 20 Zentimeter hoch.“, berichtet Michael
Kruse. Er kühlte immer stärker aus und übergab sich mehrfach. Doch
Aufgeben wollte der Mecklenburger zu keinem Moment. Um so stolzer
macht ihn trotz der Komplikationen das Resultat seines mittlerweile
16. Ironman. „Auf einen der vier Startplätze für das Finale auf
Hawaii hatte ich aufgrund meiner langen Verletzungspause ja nicht
spekuliert“, so Kruse, den zum Jahresbeginn eine Gefäßverletzung zum
Trainingsstopp zwang. Mit einer Schwimmzeit von 1:06 blieb er voll
in seinem Plan. Auf dem Rad blieb ihm keine Zeit zur Ruhe. Auf dem
flachen Kurs forderte der starke Wind seine volle Leistung.
Jens Seeman